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Aus unserem historischen Gemüsegarten

 
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Topinambur

Ernte vom Nov. 2020

Topinambur ist eine Pflanze und zählt botanisch zur Familie der Korbblütler und zur selben Gattung wie die Sonnenblume. Sie ist mit der Yacon verwandt und bildet wie diese essbare Sprossknollen; beide gehören zum Wurzelgemüse und sind Nutzpflanzen, deren Sprossknolle primär für die Ernährung genutzt wird.  
Ob als Rohkost, Beilage oder Dessert: Lange galt der Topinambur als vergessen, jetzt aber ist er wieder da. Die kleine Knolle ist dabei nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein tolles Heilmittel. Denn der Topinambur enthält ganz bestimmte Ballaststoffe, die zum Aufbau der Darmflora beitragen, auf diese Weise die Abwehrkräfte stärken, eine gesunde Verdauung fördern, vor Magen-Darm-Erkrankungen schützen und bei Diabetes helfen.
Die Pflanze bzw. ihre Knolle ist auch als Erdapfel, Jerusalem-Artischocke, Ewigkeitskartoffel, Knollensonnenblume oder Indianerknolle bekannt.
Die Menschen in Europa wurden auf den Topinambur erst im Jahre 1610 aufmerksam. Französische Auswanderer hatten dank des Topinamburs und seines Nährstoffreichtums eine Hungerkatastrophe überlebt und schickten einige der kleinen Knollen in ihre frühere Heimat. Benannt wurde der Topinambur nach dem brasilianischen Indianerstamm Tupinambá, der mit der Wurzelknolle zwar nichts am Hut hatte, aber zufällig gerade in Frankreich zu Gast war, als man die Knolle dort ausgiebig testete.
Dass der Topinambur an Bedeutung verloren hat, liegt darin begründet, dass er seit Mitte des 18. Jahrhunderts mehr und mehr von der ergiebigeren Kartoffel verdrängt wurde. Dies ist mitunter darauf zurückzuführen, dass die Kartoffel eine bessere Lagerfähigkeit aufweist.

Lila Kartoffeln

Ernte vom August 2020

Wie ihre gelben Verwandten stammt die lila oder blaue Kartoffel aus Mittel-
und Südamerika. Nach Europa kam sie im 16. Jahrhundert, heute sind rund
hundert Sorten bekannt. Die beliebteste unter ihnen ist die französische Züchtung „Vitelotte“, die bei uns auch Trüffelkartoffel heißt.
Es gibt aber verschiedene Sorten der bunten Knolle. Die Farbe ist keine Effekthascherei: Der sekundäre Pflanzenstoff und Radikalfänger
Anthocyan, also der Farbstoff, der das Lila verursacht, wirkt sich auch positiv auf den Blutdruck aus. Verglichen mit anderen Kartoffeln enthalten die lila Exemplare bis zu zehnmal mehr von diesem Antioxidant. Noch ein Grund mehr, für die lila Abwechslung auf dem Speiseplan! Sie bildet langovale Knollen mit tiefen Augen, die dank eines hohen Gehalts an dem natürlichen Farbstoff Anthocyan von außen dunkel violett-blau bis nahezu schwarz sind. Innen sind die rohen Knollen hell und dunkel violett-blau durchwachsen, nach dem Kochen verteilt sich die violett-blaue Färbung zum Teil. Mit etwa zehn Zentimetern Länge sind sie im Verhältnis mittelgroß bis klein. Sie sind nicht sehr ertragreich und werden komplett von Hand geerntet, was in der Regel zu einem überdurchschnittlichen Preis führt. Sie reifen spät, haben eine dunkelblaue dicke Schale (erinnert an Rote Bete und sind gut lagerfähig. Die Kartoffel ist festkochend und behält auch beim Kochen ihre Farbe. Der violett-blaue Mehlkörper der Kartoffel hat einen Geschmack ähnlich dem der Esskastanie. Sie ist weniger süß als unsere gewöhnlichen Kartoffelsorten.

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Rosenkohl

Ernte vom Dezember 2020

Der Rosenkohl ist ein sehr nährstoff- und vitaminreiches Wintergemüse, das in der kalten Jahreszeit viel öfter genossen werden sollte. Die zarten Röschen bewahren uns dank des hohen Vitalstoffgehalts vor Erkältungen und grippalen Infekten, sind ein guter pflanzlicher Eiweiß-Lieferant und schützen uns vor krebserregenden Stoffen. Rosenkohl enthält überdies sekundäre Pflanzenstoffe, die bei Arthritis, Asthma und sogar Autismus helfen können.
Rosenkohl – Gesundes Wintergemüse
Er stammt wie alle anderen Kohlarten vom Wildkohl ab und zählt somit zur großen Familie der Kreuzblütengewächse. Doch während z. B. der Brokkoli oder Weißkohl aus einem einzigen Kopf bestehen, trägt eine Rosenkohl-Pflanze bis zu 40 walnussgroße Röschen, die sprossenartig aus den Blattachseln des etwa 70 cm hohen Stammes herauswachsen. Aus diesem Grund werden die Mini-Kohlköpfe auch als Kohlsprossen oder Sprossenkohl bezeichnet.
Des Weiteren wird er auch Brüsseler Kohl genannt, was auf seinen Ursprung hindeutet. Die ersten Belege für den Anbau führen uns nämlich zurück in das Jahr 1587 ins heutige Belgien. Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte der Rosenkohl schließlich nach Frankreich und von dort nach England und Nordamerika. Heute gelten die Niederlande, Frankreich und Großbritannien als die Hauptanbaugebiete für den Rosenkohl.